Das Monitoring unter Alemtuzumab ist essentiell …

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Stiftung Juliusspital Würzburg

Aktuell erregt ein Bericht über einen Todesfall aufgrund einer Kleinhirnblutung nach Gabe des MS Medikamentes Alemtuzumab Aufmerksamkeit. Der Fall ereignete sich zwar schon im Dezember 2016 und war in Fachkreisen auch länger bekannt, angesichts der aktuellen Berichte halte ich es aber für sinnvoll, den Fall noch einmal im Kontext der Behandlung mit Alemtuzumab anzusprechen. (mehr …)

Weiterlesen
Empfehlungen
Darm_Nina

Propionat und die Rolle des Darms

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Stiftung Juliusspital Würzburg

Für oral aufgenommene Substanzen wie Vitamin D, Salz oder auch Nahrungsfette spielt der Darm mit seiner Gesamtlänge von über 5.5 Metern, einer Oberfläche von ca. 35 m2 und seiner Vielfalt von Mikroorganismen im Darmlumen (Darmflora)eine besondere Rolle.
(mehr …)

Weiterlesen
Empfehlungen
Butterbrot

Gesättigte und ungesättigte Fettsäuren

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Stiftung Juliusspital Würzburg

Neben dem hohen Salzgehalt ist der erhöhte Fettanteil (insbesondere gesättigte Fettsäuren, ω-6 mehrfach ungesättigte Fettsäuren und trans-Fettsäuren) ein Kennzeichen des westlichen Ernährungsstils, der „western diet“. Fettsäuren können in ungesättigte und gesättigte Fette unterteilt werden. Man geht derzeit davon aus, dass der Fettsäuresättigungsstatus und die Länge einer Fettsäure (man spricht von kurz-, mittel- und langkettigen Fettsäuren) entscheidend dafür sind, ob Fettsäuren eine Entzündung fördern oder unterdrücken.
(mehr …)

Weiterlesen
Empfehlungen
Salzstreuer

Zuviel Salz…

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Stiftung Juliusspital Würzburg

In den westlichen Industrienationen wird immer seltener selbst gekocht. In vielen Familien besteht manchmal überhaupt keine Kompetenz mehr, wie man Speisen selbständig, schmackhaft und kostengünstig zubereitet. Die Zubereitung wird „ausgelagert“ – man verlässt sich auf Anbieter von Fertiggerichten oder auf das „Fast Food“ von Restaurantketten. Dieses Speisenangebot – das geradezu kennzeichnend für die sogenannte „Western diet“ ist – enthält häufig viel zu viel Zucker, Fett, und vor allem auch Salz. (mehr …)

Weiterlesen
Empfehlungen
Teller Mittagessen

Ernährung und Multiple Sklerose – ein paar grundlegende Gedanken

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Stiftung Juliusspital Würzburg

Es gibt wenige Dinge, die Menschen tatsächlich tun müssen – Essen und Trinken gehören auf jeden Fall dazu. Die Ernährung mit der ausreichenden Menge an Energie, Vitaminen und Mineralstoffen ist notwendig zur Erhaltung unserer Lebensfunktion. Hier sind wir aktuell in einer komfortablen Situation: Keine Generation vor uns hatte den Zugriff auf eine so große und sichere Auswahl an Lebensmitteln, die es fast jedem Bundesbürger erlaubt, sich gesund, ausgewogen und vor allem ausreichend zu ernähren. (mehr …)

Weiterlesen
Empfehlungen
Vortrag

Neues vom DGN-Kongress

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Stiftung Juliusspital Würzburg

Ende September fand in Leipzig die 90. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) statt. Der DGN-Kongress ist die wichtigste und größte Fachtagung deutschsprachiger Neurologen/innen, auf der die aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen aus allen Teilgebieten der Neurologie, aber auch berufspolitische und gesellschaftspolitische Themen intensiv diskutiert werden. (mehr …)

Weiterlesen
Empfehlungen

Gilenya – Lymphozytenwerte in der klinischen Praxis

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Stiftung Juliusspital Würzburg

Auch bei der Überwachung des Wirkstoffs Fingolimod (Gilenya) spielen die Lymphozytenwerte eine wichtige Rolle. Hier liegen aber ganz andere Überlegungen als bei Dimethylfumarat (Tecfidera – Lymphozytenwerte in der klinischen Praxis vom 30. März 2017) zugrunde.   (mehr …)

Weiterlesen
Empfehlungen
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Cladribin – eine neue Option bei schubförmiger MS

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Stiftung Juliusspital Würzburg

Am 25. August 2017, hat die europäische Arzneimittelkommission EMA den Wirkstoff Cladribin unter dem Handelsnamen MAVENCLAD® zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose (MS) bei Patienten mit hoher Krankheitsaktivität zugelassen. (mehr …)

Weiterlesen
Empfehlungen
Mann-Frau

Geschlechtsspezifische Aspekte – warum betrifft MS häufig Frauen?

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Stiftung Juliusspital Würzburg

Warum tritt die MS deutlich häufiger bei Frauen als bei Männern auf? – diese Frage wird mir immer mal wieder gestellt. Eine eindeutige Antwort hierauf gibt es nicht, aber die Frage hat in den letzten Jahren einige interessante Forschungsaktivitäten nach sich gezogen, die zum weiteren Verständnis der Erkrankung beigetragen haben.

Das Phänomen einer höheren Prävalenz bei Frauen kann bei vielen Autoimmunerkrankungen beobachtet werden – nicht nur an der MS, sondern auch an der rheumatoiden Arthritis oder dem systemischem Lupus erythematodes erkranken bevorzugt Frauen.

Die Multiple Sklerose betrifft Frauen um den Faktor 3 – 4 mal häufiger als Männer und es scheint so, als ob das Verhältnis eher weiter zunehmen würde. Vermutlich sind hierfür hormonelle Faktoren verantwortlich. Auf der anderen Seite hat man aber auch in den letzten Jahren unterschiedliche Genexpressionen von Rezeptormolekülen in weiblichen Gehirnen entdeckt. So wurde z.B. kürzlich berichtet, dass der Rezeptor S1PR2, der beim Einschleusen von Immunzellen in das Gehirn eine Rolle spielt, in weiblichen (MS)Gehirnen stärker exprimiert wird.

Derzeit geht man aber davon aus, dass vor allem Sexualhormone bei den komplexen Wechselwirkungen zwischen Umweltfaktoren (Sonnenlicht, Vitamin D), genetischen und epigenetischen Einflüssen(MHC-Risiko-Allelen) und kulturellen Faktoren (Urbanisierung, weibliche Bildung) eine Rolle spielen und das MS- Risiko und Krankheitsprogression beeinflussen.

So zeigen Frauen mit MS im Vergleich zu Männern einen früheren Krankheitsbeginn und haben mehr entzündliche Läsionen im MRT. Auf der anderen Seite haben Männer eine schlechtere Verlaufsprognose als Frauen, zeigen eine schnellere Progression und leiden öfter unter einer Beteiligung des Kleinhirns. Es gibt auch geschlechtsbezogene Unterschiede in der Kognition – das männliche Geschlecht gilt als Prädiktor für eine schlechtere kognitive Leistung. Passend zu dieser Beobachtung zeigen Männer auch eine deutlichere Atrophie der grauen Substanz und weisen mehr hypointense T1-Läsionen auf.

Die Gründe für diese  geschlechterspezifischen Unterschiede sind nicht klar, aber es ist naheliegend, dass sie in den hormonellen Unterschieden begründet sind. Ein starkes Argument für den Einfluss der Geschlechtshormone ist, dass sich die Unterschiede im Krankheitsverlauf zwischen Frauen und Männern nach der Menopause wieder angleichen. Nachdem Östrogen, das weibliche Geschlechtshormon, im Tierversuch nachweislich neuroprotektive Effekte gezeigt hat, wäre es denkbar, dass Frauen grundsätzlich bessere Reparaturmechanismen besitzen.

Interessanterweise zeigen auch Umweltfaktoren, denen eine Bedeutung für die Entstehung der MS zugesprochen wird, unterschiedliche Auswirkungen auf Männer und Frauen. Vitamin D scheint bei Frauen mit MS eine größere immunmodulatorische Wirkung zu haben als bei Männern. So hatten im Tierexperiment nur weibliche Mäuse, die mit einer Vitamin D angereicherten Diät gefüttert wurden, einen milderen Krankheitsverlauf.

Da die Funktion der Hormone neben der klassischen Kommunikation zwischen Organen auch Immunmodulation und Neuroprotektion umfasst, liegt im Verständnis ihrer Wirkung eine weitere Möglichkeit für die Kontrolle von Autoimmunerkrankungen. Dies kann zum einen in einem therapeutischen Einsatz von Hormonen münden, wozu teilweise auch schon einige Studien gelaufen sind, oder auch in der therapeutischen Nutzung von schwangerschaftsbedingten Toleranz-induzierenden Faktoren. Zum anderen kann ein besseres Verständnis aber auch im Hinblick auf eine personalisierte, geschlechterspezifische Therapie von Bedeutung sein.

Weiterlesen
Empfehlungen