20130421_Arztbilder_017_MRT_M. Mäurer_Johannes u. Maarit Kiefer

Die neuen McDonald Kriterien

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Klinikum Würzburg-Mitte

Im Jahr 2017 wurden die Diagnosekriterien der MS, die sog. McDonald Kriterien, durch ein internationales Expertengremium revidiert. Die Revision wurde Anfang 2018 in Lancet Neurology publiziert (Thompson et al. Lancet Neurol 2018; 17: 162–73). Revision der Diagnosekriterien – das klingt erst einmal nach einem wichtigen Thema. Ich glaube aber, die tatsächliche Bedeutung der aktuellen Revision für Patienten dürfte sich in Grenzen halten. (mehr …)

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Medikamente

Zulassung von Daclizumab zurückgezogen

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Klinikum Würzburg-Mitte

Vor kurzem hat die Firma Biogen in Absprache mit der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung des MS-Medikamentes Daclizumab zurückgezogen. Der Hintergrund war, dass es neben einem Todesfall aufgrund einer autoimmunen Leberentzündung, der schon zu einer Indikationsbeschränkung der Substanz geführt hat, nun zu Fällen von Hirnentzündungen gekommen ist, die ursächlich auf das Medikament zurückgeführt wurden. Angesichts dieser Ereignisse war die Nutzen-Risiko-Bewertung für das Präparat negativ, auch vor dem Hintergrund ausreichender Therapiealternativen zur Behandlung der schubförmigen MS. (mehr …)

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Entzündungsaktivität

….. und was ist mit der sekundär chronisch-progredienten Multiplen Sklerose?

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Klinikum Würzburg-Mitte

Das ist allerdings eine ziemlich berechtigte Frage. Denn im Gegensatz zu der „relativ“ seltenen primär chronisch progredienten MS (PPMS) sind die meisten MS-Betroffenen mit einem chronisch progredienten Verlauf der Gruppe der sekundär chronisch progredienten MS zuzurechnen. Mit „sekundär chronisch progredienter MS“ (SPMS) bezeichnet man das Stadium, das nach individuell unterschiedlicher Zeit viele Patienten mit schubförmiger MS erreichen, vor allem, wenn die Kontrolle der ZNS-Entzündung über lange Zeit suboptimal verlaufen ist. Es ist die Phase der Erkrankung, in der durchaus noch Schübe vorkommen können (aber wesentlich seltener) und in der eine langsame Verschlechterung der neurologischen Ausfälle im Vordergrund steht. Also eine Entwicklung, die wir bei jedem MS-Patienten, der schubförmig beginnt, verhindern wollen…
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Schaubild PPMS

Primär chronisch progrediente multiple Sklerose

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Klinikum Würzburg-Mitte

Die Krankheitsverläufe der Multiplen Sklerose unterteilen wir traditionell in die schubförmige, sekundär chronisch progrediente und primär chronisch progrediente Multiple Sklerose. Als sekundär chronisch progredient bezeichnet man einen Krankheitsverlauf, der initial schubförmig begonnen hat, dann aber nach einigen Jahren durch eine Progression der Behinderung auch unabhängig von Schüben gekennzeichnet ist. Hingegen beschreibt die primär chronisch progrediente Multiple Sklerose (PPMS) einen von Anfang an progredienten Verlauf ohne Schübe. (mehr …)

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Diagnose MS

Das „Radiologisch Isolierte Syndrom (RIS)“

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Klinikum Würzburg-Mitte

Hinter diesem etwas umständlichen Begriff „Radiologisch Isoliertes Syndrom (RIS)“ verbirgt sich eine Situation, die in unserer heutigen technisierten medizinischen Welt zunehmend häufiger vorkommt und dann mit viel Unsicherheit verbunden ist – man kann von einem echten Dilemma sprechen. (mehr …)

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Infusion

Zulassung von Ocrelizumab

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Klinikum Würzburg-Mitte

Ab diese Woche ist Ocrevus® (Ocrelizumab) zur Behandlung der schubförmigen (RMS) und primär progredienten Multiplen Sklerose (PPMS) verordnungsfähig und in den Apotheken erhältlich. Angesichts der guten klinischen Wirksamkeitsdaten und des akzeptablen Sicherheitsprofils wird das Medikament in Zukunft eine wichtige Rolle für die Immuntherapie der Multiplen Sklerose spielen. (mehr …)

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Auf ein Neues…

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Klinikum Würzburg-Mitte

Man wundert sich schon, wie schnell doch so ein Jahr vergeht. Manchmal hätte ich mir mehr Zeit gewünscht, um mehr zu schreiben und mehr Themen zu kommentieren, ich hoffe aber trotzdem, dass es gelungen ist, Sie in 2017 mit einigen interessanten Themen rund um die MS zu informieren.

Es gibt ja mittlerweile viele Internet-Foren, die Informationen zum Thema MS bereitstellen. Ein häufiges Charakteristikum dieser Seiten ist aber, dass sie zwar gut informieren, aber häufig keine eindeutige Bewertung der Informationen enthalten – und dadurch nicht unbedingt hilfreich sind. Wertfreie Information mag zwar von Vorteil sein, auf der anderen Seite ist gerade bei chronischen Erkrankungen eine klare Aussage und Haltung wichtig. Daher versuche ich bei der Abhandlung von Themen zur MS klare Aussagen zu treffen und eine eindeutige Haltung zu vermitteln.

Ich weiß, dass mir diese Herangehensweise hin und wieder Kritik von meinen Lesern einbringt – ich bin aber der festen Überzeugung, dass Informationen mit einer eindeutigen Bewertung und Stellungnahme für MS-Betroffene hilfreicher sind. Natürlich ist es nach wie vor schade – und das ist über die letzten Jahre immer ein Kritikpunkt – dass ich nicht auf die vielen Kommentare und gegenteiligen Meinungen entsprechend antworten kann. Aber aus zeitlichen Gründen ist es einfach nicht möglich, eine weitergehende Interaktion anzubieten. Daher bitte ich erneut um Verständnis, dass ich die Kommentare zwar lese und auch versuche, sie durch Textbeiträge abzudecken, aber nicht in der Lage bin, direkt auf die Anfragen einzugehen. Trotzdem würde ich mich freuen, wenn sie auch weiterhin zahlreich und kritisch meine Beiträge begleiten.

Was wird 2018 Neues bringen? Zum einen werden die Diagnosekriterien nach McDonald revidiert werden – ich verspreche mir dadurch eine pragmatischere Anwendung. Therapeutisch wird sich mit der Zulassung von Ocrevus das therapeutische Spektrum erweitern. Wir werden eine Diskussion darüber führen müssen, welche therapeutische Strategie wir bevorzugen – sind Induktionskonzepte oder weiterhin eskalierende Therapiekonzepte der richtige Weg? Es ist zu hoffen, dass Biomarker zur prognostischen Abschätzung des Krankheitsverlaufes uns helfen hier für den individuellen Patienten den richtigen Weg einzuschlagen. Die Messung der Neurofilament Leichtketten im Serum könnte hierfür ein interessantes diagnostisches Werkzeug werden. Ich bin mir daher sicher, dass es 2018 nicht langweilig werden wird und dass es viele Themen geben wird, bei denen sich ein Kommentar in diesem Blog lohnt.
Jetzt bleibt mir nur noch, Ihnen ein frohes, erfolgreiches und vor allen Dingen stabiles neues Jahr 2018 zu wünschen. Alles Gute.

Ihr
Mathias Mäurer

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Das Monitoring unter Alemtuzumab ist essentiell …

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Klinikum Würzburg-Mitte

Aktuell erregt ein Bericht über einen Todesfall aufgrund einer Kleinhirnblutung nach Gabe des MS Medikamentes Alemtuzumab Aufmerksamkeit. Der Fall ereignete sich zwar schon im Dezember 2016 und war in Fachkreisen auch länger bekannt, angesichts der aktuellen Berichte halte ich es aber für sinnvoll, den Fall noch einmal im Kontext der Behandlung mit Alemtuzumab anzusprechen. (mehr …)

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Darm_Nina

Propionat und die Rolle des Darms

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Klinikum Würzburg-Mitte

Für oral aufgenommene Substanzen wie Vitamin D, Salz oder auch Nahrungsfette spielt der Darm mit seiner Gesamtlänge von über 5.5 Metern, einer Oberfläche von ca. 35 m2 und seiner Vielfalt von Mikroorganismen im Darmlumen (Darmflora)eine besondere Rolle.
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