Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Vitamin D – das Coimbra Protokoll

Ich denke es besteht eine allgemeine Übereinstimmung, dass Vitamin D bei MS von Interesse ist. Studien haben Vitamin D als wichtigen Umweltfaktor identifiziert und legen einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Autoimmunität nahe – wobei dieser Zusammenhang noch nicht vollständig verstanden ist.

Obwohl bereits ein großer Anteil der MS-Erkrankten Vitamin D in therapeutischer Absicht einnimmt, ist es noch nicht abschließend geklärt, ob eine Therapie mit Vitamin D den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst. So hat z.B. die SOLAR Studie, die eine Interferon-beta-Therapie plus Placebo mit einer Interferon-beta-Therapie plus hochdosiertem Vitamin D verglichen hat, den primären Endpunkt verfehlt – die Studie war somit formal negativ, die zusätzliche Therapie mit Vitamin hatte keinen Vorteil. Trotzdem zeigten sich interessante Ergebnisse bei der Betrachtung der MRT-Daten in der Gruppe, die zusätzlich Vitamin D eingenommen hatte.

Angesichts dieser Situation verstehe ich den Wunsch vieler Patienten, Vitamin D als interessante und ungefährliche Zusatztherapie einzunehmen – ich rate dann meist pragmatisch zu einer täglichen Einnahme von 2.000 IE oder der einmaligen wöchentlichen Einnahme von 20.000 IE Vitamin D. Ich erinnere aber auch daran, dass die bei weitem effektivste Art, den Vitamin D-Spiegel anzuheben, der Aufenthalt im Freien ist.

Nun kursiert ja seit einiger Zeit der Ansatz des brasilianischen Arztes Dr. C. Coimbra (Coimbra-Protokoll) in den Medien. Das „Coimbra-Protokoll“ verspricht MS-Patienten, dass durch den Einsatz von hochdosiertem Vitamin D keine Schübe mehr auftreten und sich die Symptome der Erkrankung zurückbilden. Behauptungen, dass etwa 95% der MS-Patienten unter Anwendung des Protokolls eine dauerhafte Remission aufweisen, machen die Runde und das Netz überschlägt sich geradezu mit Heilsbotschaften und Dankbarkeit einzelner „erfolgreich behandelter Patienten“ ….

Was steckt hinter dem Ansatz? Kurz zusammengefasst ist Dr. Coimbra der Auffassung, dass Patienten mit der Autoimmunerkrankung MS eine genetisch bedingte Resistenz gegen die Wirkung von Vitamin D aufweisen, wodurch es zu einer „Th17 Reaktion“ kommen soll (Th 17 Zellen sind eine Untergruppe proinflammtorischer T-Lymphozyten, die in der Pathogenese der MS eine Rolle spielen, Anm. des Verfassers). Das Ausmaß der Vitamin D Resistenz wird durch die Messung des Parathormons (PTH = ein Hormon, dass den Calciumspiegel reguliert, Anm. des Verfassers) bestimmt – nach dem Ergebnis wird die Vitamin D Tagesdosis festgelegt, die bis zu 100.000 IE pro Tag betragen kann. Die Patienten sollen zusätzlich eine spezielle Calcium-arme Diät einhalten und auf Milchprodukte verzichten – darüber hinaus soll viel Sport getrieben werden.

Vielleicht sagen sie jetzt, das klingt doch ganz plausibel und vernünftig? Mag sein, aber in der Wissenschaft ist es auch schon aus ethischen Gründen notwendig, dass man eine Hypothese mit wissenschaftlichen Methoden überprüft, bevor man ein Konzept weltweit vermarktet. Letztlich ist unklar ob die von Dr. Coimbra postulierten Wirkzusammenhänge stimmen, denn dafür fehlen die wissenschaftlichen Belege – das Coimbra-Protokoll wurde nie in einer kontrollierten Studie getestet und nie seriös publiziert. Darüber hinaus existieren auch keine publizierten grundlagenwissenschaftlichen Daten zu seiner „Forschung“.

Nun muss man sich vor Augen halten, dass es das „Coimbra-Protokoll“ nicht umsonst gibt – die ganze Prozedur ist mit hohen Kosten verbunden, die vom Patienten selbst getragen werden müssen. Nach Internet-Recherche zahlt man im ersten Jahr zwischen 400 – 1.000 Euro für die Laboruntersuchungen und die Behandlungsstunden bei sog. „zertifizierten“ Ärzten; danach kann man mit Behandlungskosten zwischen 100 – 300 Euro/Jahr rechnen, die Aufwendungen für das Vitamin D selbst variieren zwischen 20 – 200 Euro pro Monat.

Hält man sich diese Summen vor Augen, so wird klar, dass das Coimbra-Protokoll vor allem einem nützt – nämlich Dr. Coimbra ….

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Klinikum Würzburg-Mitte

Meine Beiträge

106 Kommentare zu “Vitamin D – das Coimbra Protokoll

  1. …und das von einem Prof. Dr…… der hat doch einen Amtseid geleistet – dem Menschen zu helfen… Ach nee, das ist ja hier geändert worden in …dem Pharmaunternehmen zu helfen… Durch solche Ignoranz/Geldgier/Unfähigkeit werden.. Dann ist Prof. Dr. Wolf wohl am verblöden…. Schau an… Schau an..

  2. Sie sind schlicht und ergreifend ein Lügner, aber wahrscheinlich haben sie Angst,daß wenn das Coimbraprotokoll von allen Menschen mit Autoimmunerkrankung angewendet wird, sie keinen Cent mehr verdienen.

  3. Interessanter Artikel, leider nicht gaaaaaanz korrekt;-)
    Ist Professor Coimbra wirklich aufs „große Geld“ aus? Weshalb behandelt er dann einmal wöchentlich Patienten in armen Verhältnissen umsonst?
    Ich selbst lasse meine MS seit Mai 2017 nach dem Coimbraprotokoll behandeln. Schade, dass die meisten Ärzte sich so sehr dagegen streuben. Sonst könnte wirklich vielen Menschen geholfen werden.
    Herzliche Grüße von einer Betroffenen, die enorme Besserung erfahren hat:-)

  4. Selten so’n hetzerischen Schwachsinn gelesen!!!
    Der letzte Satz krönt den ganzen Dreck:
    Coimbra verdient NICHTS!!!

    Coimbra nimmt im Gegensatz zu den „Pharma-Ärzten“ seinen Eid ernst!! Ihr auch ??! Wohl weniger..
    Ihr betet das Geld an und werdet die von der todbringenden Pharma gepampert werden und jetzt auch noch derartig dreist und unverschämt ihren Müll im Netz verbreiten.
    Schämt euch!!

    1. Dass Sylvia auch Anita und Claudia und Lavinja heißt, scheint mir doch verdächtig nach coputerisierter Kampagne eines Anonymen zu riechen.

      1. @lupocane: Schön, dass dies (Sylvia auch Anita und Claudia und Lavinja )aufgefallen ist. Es war folgendem Grund geschuldet: Mein Erstbeitrag unter meinem echten Namen „ging“ nicht durch, wegen folgender Begründung: Unter meinem Namen gäbe es schon einen Beitrag! (sinngemäß!).
        Und alle weiteren ERFUNDENEN Namen gingen auch nicht ohne Weiteres durch. Bis zum letzten….
        Demzufolge – erbost durch den Blog- geschah mein persönliches Waterloo.
        Ärgert mich deswegen, weil ich GERADE unter dem CP soviel Positives erlebe und meine offensichtlich mehrfach gepostete Beiträge das CP in ein falsches Licht rücken. Und DAS ist falsch!!!

        1. Das kenne ich. Wenn ich meine ursprünglichen Namen verwende, kommt immer „Spam“. Da wird höchstwahrscheinlich frisiert.

  5. Selten so’n hetzerischen Schwachsinn gelesen!!!
    Der letzte Satz krönt den ganzen Dreck:
    Coimbra verdient NICHTS!!!

    Coimbra nimmt im Gegensatz zu den „Pharma-Ärzten“ seinen Eid ernst!! Ihr auch ??! Wohl weniger..
    Ihr betet das Geld an und werdet die von der todbringenden Pharma gepampert werden und jetzt auch noch derartig dreist und unverschämt ihren Müll im Netz verbreiten.
    Schämt euch!!

  6. Selten so’n hetzerischen Schwachsinn gelesen!!!
    Der letzte Satz krönt den ganzen Dreck:
    Coimbra verdient NICHTS!!!

    Coimbra nimmt im Gegensatz zu den „Pharma-Ärzten“ seinen Eid ernst!! Ihr auch ??! Wohl weniger..
    Ihr betet das Geld an und werdet die von der todbringenden Pharma gepampert werden und jetzt auch noch derartig dreist und unverschämt ihren Müll im Netz verbreiten.
    Schämt euch!!

  7. Selten so’n hetzerischen Schwachsinn gelesen!!!
    Der letzte Satz krönt den ganzen Dreck:
    Coimbra verdient NICHTS!!!

    Coimbra nimmt im Gegensatz zu den „Pharma-Ärzten“ seinen Eid ernst!! Ihr auch ??! Wohl weniger..
    Ihr betet das Geld an und werdet die von der todbringenden Pharma gepampert werden und jetzt auch noch derartig dreist und unverschämt ihren Müll im Netz verbreiten.
    Schämt euch!!

Kommentar schreiben