In der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts findet sich eine schöne Zusammenfassung über die medikamentöse Therapie bei gleichzeitigem Auftreten von Multipler Sklerose (MS) und anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte), rheumatoider Arthritis und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn) (Bittner et al. Dtsch Arztebl Int 2025; 122: 427–32).
Ein gemeinsames Auftreten von Autoimmunerkrankungen ist nicht ungewöhnlich – MS-Docblog hatte bereits über das Auftreten mehrerer Autoimmunerkrankungen berichtet: MS und andere Autoimmunerkrankungen. Die Autoren der oben genannten Zusammenfassung gehen davon aus, dass ca. 5 % der MS Betroffenen in Deutschland unter einer weiteren Autoimmunerkrankung leiden. Das kann ich durchaus in meinem eigenen Praxisalltag nachvollziehen. Die Frage, wie man bei gemeinsamen Auftreten von MS und anderen Autoimmunerkrankungen vorgeht, ist nicht selten und erfordert eine gute Abstimmung mit anderen Fachdisziplinen.
Ein wichtiger Grundsatz bei der Behandlung dieser Patienten und Patientinnen ist es, Therapien auszuwählen, die im günstigsten Fall nicht nur eine Wirkung bei MS haben, sondern auch die begleitende Autoimmunerkrankung mitbehandeln.
So sind z.B. Fumarate (Dimethylfumarat/Diroximelfumarat) neben der Behandlung der MS auch zur Behandlung der Schuppenflechte (Psoriasis) geeignet. Ozanimod (Zeposia®) ist nicht nur zur Behandlung der aktiven schubförmigen MS zugelassen, sondern auch für die Behandlung der Colitis ulcerosa und befindet sich in der klinischen Testung bei M. Crohn. Und schließlich sind die bei der MS hochwirksamen Therapien mit anti-CD20 Antikörpern (Ocrelizumab, Ofatumumab, Ublituximab) auch ein wirksames Konzept zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis, wo schon seit vielen Jahren Rituximab einen hohen Stellenwert als Therapeutikum besitzt.
MS und andere Autoimmunerkrankungen wie …
Es ist allerdings möglich, dass die Wirkstärke der MS-Medikamente nicht ausreichend ist, um eine gemeinsam auftretende Autoimmunerkrankung suffizient zu behandeln. In solchen Fällen kann man zum einen auf Präparate zurückgreifen, die zwar keine Zulassung für beide Erkrankungen besitzen, allerdings aufgrund von theoretischen Erwägungen und klinischen Fallserien auch eine Wirkung bei anderen Autoimmunerkrankungen haben. Ein Beispiel hierfür ist z.B. Sekukinumab, ein Antikörper gegen IL17, der zur Behandlung der Schuppenflechte eine Zulassung besitzt, potenter ist als die Fumarate und für die zudem Daten existieren, die nahelegen, dass auch eine Wirkung bei MS zu erwarten ist. Ein anderes Beispiel wäre Natalizumab, ein sehr potentes Medikament zur Behandlung der MS, das auch in der Vergangenheit bei Colitis ulcerosa untersucht wurde, allerdings nie eine Zulassung bekam.
Zum anderen ist es auch möglich, dass beim gleichzeitigen Auftreten von Autoimmunerkrankungen wirksame Konzepte aus mehreren Indikationsgebieten miteinander kombiniert werden. Damit bewegt man sich zunächst einmal auf unbekanntem Terrain – v.a. weil Kombinationstherapien in der Neurologie keine Tradition haben.
In der Rheumatologie hingegen sind solche Kombinationstherapien hochwirksamer Substanzen ziemlich normal und etabliert. Daher ist die bereits von mir erwähnte interdisziplinäre Zusammenarbeit in solchen Fällen von großer Wichtigkeit und trägt zu einer besseren Behandlung der Betroffenen bei.
… Schuppenflechte, Rheumatoide Arthritis, M. Crohn, Colitis ulcerosa
Schließlich muss neben der Wirksamkeit der Aspekt der unerwünschten Nebenwirkungen erwähnt werden. Für die Behandlung vieler Autoimmunerkrankungen in der Inneren Medizin und Dermatologie spielen sog. TNF-Alpha-Blocker eine wichtige Rolle. TNF-alpha ist ein entzündungsfördernder Botenstoff, der auch bei der MS eine wichtige Rolle spielt. Allerdings mussten wir in der Vergangenheit erkennen, dass der Einsatz von TNF-alpha-Blockern zu einer Verschlechterung einer MS führt. Darüber hinaus wurde beobachtet, dass einige wenige Patienten, deren rheumatoide Arthritis oder Schuppenflechte mit anti-TNF-alpha-Antikörpern behandelt wurden, eine MS entwickelt haben. Hierbei ist unklar, ob eine subklinisch existierende Erkrankung demaskiert wurde oder ob das anti-TNF-alpha-Medikament die MS mitverursacht hat. Insgesamt ziehen wir in der Neurologie aber daraus die Lehre, dass TNF-alpha-Blocker bei MS Patienten mit anderen Autoimmunerkrankungen vermieden werden müssen.
Zusammenfassend kann man feststellen, dass das gemeinsame Auftreten von MS und anderen Autoimmunerkrankungen ein hoch-interessantes Feld ist und die Behandlung interdisziplinäre Zusammenarbeit und personalisierte Strategien erfordert, um Wirksamkeit und Nebenwirkungen optimal abzuwägen.








Hallo,
ich habe seit 2013 eine diagnostizierte MS und bekam dann vir ein paar Jahren eine schmerzhafte Psoriasis palmaris et plantaris. Nichts half. Ich nahm zu der Zeit Aubagio und habe dann nach Rücksprache mit meiner Neurologin auf Tecfidera gewechselt, da der Wirkstoff ja ursprünglich aus der Psoriasis Behandlung stammt. Meine MS ist stabil, toitoitoi, und die Hände sind wieder heil!
Im moment fehlen mir die Worte, daher ein fach keinen Kommentar, Sorry
Bin sehr müde und mein Partner hatte den 3-ten Hirnschlag.
Ich bin müde und kaputt !!
Mit freundlichen Grüssen
Christina Bauen
Sehr geehrte Damen und Herren, sorry ich fühle mich zur Zeit gar nicht gut.
Mit freundlichen Grüssen
Christina Bauen
Ich fühle mich zur Zeit gar nicht gut, sorry
mit freundlichen Grüssen
Christina Bauen
Bitte weiter so gute Infos, mit freundlichen Grüssen Christina Bauen