Am 10.11.2025 hat die Fa. Roche eine Pressemeldung herausgegeben, in der mitgeteilt wurde, dass Fenebrutinib in einer ersten Phase-III-Studie (FENhance 2) von zwei ähnlich konzipierten zulassungsrelevanten Phase-III-Studien (FENhance 1 und 2) bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) den primären Endpunkt erreicht hat. Die Studie konnte zeigen, dass Fenebrutinib – ein in der Entwicklung befindlicher Bruton-Tyrosinkinase (BTK)-Inhibitor – im Vergleich mit Teriflunomid (Aubagio®) die jährliche Schubrate über einen Zeitraum von 2 Jahren signifikant senkt. Darüber hinaus teilte Roche mit, dass Fenebrutinib auch in der zulassungsrelevanten PPMS-Studie (FENtrepid) das Fortschreiten der Behinderung verlangsamen konnte – und zwar in ähnlichem Maße wie Ocrelizumab, die einzige zugelassene Therapie bei PPMS, die in dieser Studie als Vergleichssubstanz diente.
Auch wenn noch keine weiteren Einzelheiten der Studien bekannt sind, sind das zunächst einmal sehr gute Nachrichten: Fenebrutinib ist wie Tolebrutinib – für das kürzlich positive Ergebnisse für die Behandlung der progressiven MS veröffentlich wurden – ein oraler Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor (BTKi). BTKi können als „kleine Moleküle“ in das zentrale Nervensystem (ZNS) eindringen und dort sowohl eine Wirkung auf B-Zellen als auch auf Mikrogliazellen entfalten – zwei Zelltypen, die für die Entstehung von Krankheitsprogression eine Bedeutung haben. Fenebrutinib bindet allerdings im Gegensatz zu Tolebrutinib nicht-kovalent, also geht keine irreversible Bindung mit seiner Zielstruktur ein.
Studien zu RMS und PPMS
Ähnlich wie das Zulassungsprogramm von Tolebrutinib umfasst das Phase-III-Programm von Fenebrutinib zwei Studien (FENhance 1 und 2) bei schubförmiger MS (RMS). Hier wurde Fenebrutinib mit dem aktiven Komparator Teriflunomid, einem etablierten, moderat wirksamen Medikament zur Behandlung der schubförmigen MS verglichen. In FENhance 1 und 2 wurden insgesamt knapp 1.500 Patienten eingeschlossen und im gleichen Verhältnis entweder auf Fenebrutinib (2 Tabletten täglich) oder Teriflunomid randomisiert. Primärer Endpunkt war die jährliche Schubrate. Darüber hinaus umfasste das Studienprogramm eine Studie zur primär progredienten Multiplen Sklerose (PPMS – FENtrepid). Diese Studie ist von großem Interesse, weil Fenebrutinib hier nicht (wie häufig bei Studien zur progredienten MS) mit Placebo verglichen wurde, sondern mit Ocrelizumab – dem bisher einzig zugelassenen Medikament zur Behandlung der PPMS und darüber hinaus eine der wirksamsten Substanzen zur Behandlung der RMS. In diese Studie wurden insgesamt 985 Patienten eingeschlossen, die zu gleichen Anteilen entweder auf Fenebrutinib oral oder Ocrelizumab intravenös randomisiert wurden.
Um die Studienergebnisse einordnen zu können, werden natürlich weitere Daten benötigt. Diese sollen in der ersten Hälfte des Jahres 2026 kommuniziert werden. Erst dann wird es möglich sein, die Wirkung und Sicherheit von Fenebrutinib – auch im Vergleich mit anderen MS-Therapien zu bewerten – alle aktuellen Interpretationsversuche wären spekulativ.
Man kann aber bereits zum jetzigen Zeitpunkt festhalten, dass die Hoffnungen, die in die Entwicklung von BTKi gesetzt wurden, nicht zu Unrecht waren. Letztlich bestätigen die Ergebnisse der Fenebrutinib-Studien das Potential der Substanzgruppe im Hinblick auf eine Wirkung auf wesentliche Treiber der Krankheitsprogression bei MS. Damit wird auch das Vertrauen in die Wirkung von Tolebrutinib steigen, das als erster BTKi im Frühjahr nächsten Jahres eine Zulassung erhalten wird und dann zur Behandlung von MS-Betroffenen zur Verfügung steht.
Die in Kürze erwarteten genaueren Ergebnisse der Fenebrutinib-Studien werden dann helfen, die Einsatzgebiete dieser neuen Substanzgruppe genauer zu definieren und damit den besten Wert für MS Erkrankte zu erzielen. Man darf also weiter gespannt sein.







Ich würde gerne in die Studie mit meiner PPMS, mein Ziel einfach wieder etwas positiv am Leben teilnehmen zu können.
Stammzellentherapie wäre die Alternative und unbezahlbar.
S.Kalmbach
würde Die bitten mich in Ihrer Studie aufzunehmen damit ich wieder aktiv voll im Leben teilnehnen darf kann mir eine Stammzellterapie aus finanzellen Gründen nicht leisten bin in Invaliditätspension vielen Dank
Mir geht es auch nicht gut mit meiner Ms und würde Sie bitten mich in Ihrer Studie aufzunehmen herzlichen Dank Nadja Horn