Nacht

Melatonin und MS

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer

Chefarzt der Klinik für Neurologie, Stiftung Juliusspital Würzburg

Die Ergebnisse zu Melatonin und MS sind aus meiner Sicht vor allem deswegen interessant, weil sie uns vor Augen führen, wie komplex die Interaktion zwischen Umweltfaktoren und der Entstehung bzw. dem Verlauf der MS ist – und wie unrealistisch es ist, hier auf einfache Antworten zu hoffen. Ich sage dies vor allem mit Blick auf die Umsetzung der Erkenntnisse zu Vitamin D – hier wird ja teilweise der Eindruck erweckt, als seien alle unklaren Fragen zur Entstehung der MS gelöst, solange Vitamin D in hohen Mengen substituiert wird.
Nun also Melatonin. Melatonin ist ein Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers steuert. Seine Bildung wird im Gehirn durch Licht gehemmt, bei Dunkelheit steigt die Sekretion von Melatonin demnach an. Das Hormon hat dadurch im menschlichen Körper eine Rolle als Zeitgeber. Aufgrund der Zusammenhänge zwischen Licht und Melatonin gibt es auch eine jahreszeitliche Veränderung der Melatoninspiegel – im Herbst und Winter finden sich demnach auch tagsüber höhere Melatoninspiegel als in Frühling und Sommer.

(mehr …)

Weiterlesen
Empfehlungen